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In Kooperation mit dem Leipziger Verein Irrsinnig Menschlich e.V. und dem Berliner Programmveranstalter EYZ will das bundesweite Filmfestival AUSNAHME|ZUSTAND ein Podium für das Thema seelische Erkrankungen schaffen.
Psychische Krankheiten und Suizid gehören zu den verbliebenen Tabuthemen in der Gesellschaft. Über psychische Störungen wird nach wie vor nicht gern gesprochen. Dabei treten sie nicht selten auf. Jeder dritte Europäer durchlebt einmal in seinem Leben eine psychische Krise, bei etwa vierzig Prozent der Betroffenen besteht die Gefahr eines langjährigen, chronischen Verlaufs.
Bei dem Filmfestival werben acht Dokumentarfilme, die auf jeweils sehr unterschiedliche Weise seelische Erkrankungen porträtieren, für Dialog und Verständnis und richten sich gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Betroffenen.
Erfahrungen mit Filmfestivals, die sich Special-Interest-Themen aus dem sozialen Bereich widmen, haben eine seltsame Diskrepanz gezeigt: Obwohl (oder gerade weil) Themen wie Behinderung oder psychische Erkrankung in der Öffentlichkeit größtenteils verschwiegen werden, herrscht ein reges Interesse beim Publikum vor. Regelmäßig strömen Hunderte von Menschen in die Kinosäle, wenn die seltene Gelegenheit besteht, sich über schwierige soziale Themen zu informieren. Der Grund dafür ist einfach: Im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis befinden sich fast immer Betroffene, deren Handeln zu verstehen oft schwer fällt. Die "gemeinschaftliche Anonymität" des Kinos erscheint vielen als ein idealer Ort, um sich mit einem heiklen Thema persönlich auseinanderzusetzen.
Die Informationen über eine Erkrankung verlassen dagegen nur selten den engeren Familienkreis. Sowohl für Betroffene als auch für Angehörige gibt es außerhalb der medizinischen Versorgung wenig Möglichkeit sich auszutauschen. Dabei herrscht ein großer Leidensdruck auf beiden Seiten vor. Exemplarisch führt dies der Dokumentarfilm "Raum 4070", der das Potsdamer Psychoseseminar porträtiert, vor Augen. Der Film ist einer von acht Dokumentationen des bundesweiten Filmfestivals AUSNAHME|ZUSTAND, die sich auf jeweils sehr eigene Weise verschiedenen Formen von psychischer Erkrankung widmen. Depressionen, Psychosen, Schizophrenie und Magersucht sind die Themen, die von den Filmen auf genauso fesselnde wie unterhaltsame Weise behandelt werden.
AUSNAHME|ZUSTAND zeigt insgesamt acht aktuelle Dokumentationen, darunter unter anderen: Aus den USA "Tarnation" von Jonathan Caouette und "People say I'm Crazy" von John Cadigan, aus Norwegen "Ohne Gewicht" von Sigve Endresen, aus der Schweiz Dieter Gränichers "Seelenschaften", den algerisch-französischen Beitrag "Entfremdungen" von Malek Bensmaïl und die italienische Produktion "Noch eine Stunde mit Dir" von Alina Marazzi.
[URL]www.ausnahmezustandfilmfest.de[/URL]
Irrsinnig Menschlich e.V.
Johannisallee 20
04317 Leipzig
Tel: 0341-2228990
[URL]}www.irrsinnig-menschlich.de[/URL]}
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