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Bilder sagen mehr als tausend Worte

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Durch das gemalte Bild können sich Empfindungen und Gefühle ausdrücken, die sich manchmal nicht leicht in Worte fassen lassen. Dem inneren Erleben wird damit eine besondere Form der Ausdrucksmöglichkeit eröffnet und verstecktes Kreativitätspotential gefördert.

Die Maltherapie ist eine Form der Kunsttherapie. Maltherapie wird zu den gestaltungstherapeutischen Verfahren gerechnet, sie ist handlungs- und erlebnisorientiert. Kreative Kräfte werden geweckt, angeregt oder wiederbelebt, welche den Malenden in seine Lebensbewältigung stärken. Sie wird auch in Verbindung mit anderen psychotherapeutischen Richtungen, z. B. Psychoanalyse, Gestalttherapie, etc. angewendet.

Die Maltherapie eignet sich für Erwachsene, Jugendliche und Kinder in psychischen oder physischen Belastungs- und Krisensituationen und als Prävention zur Stärkung und Entwicklungsförderung. Im Einzel- oder Gruppensetting wird mit verschiedenen Materialien und Techniken gearbeitet. Es sind keine künstlerischen Vorkenntnisse notwendig, da es darum geht, sich ausdrücken zu dürfen. Der Klient/Patient erlebt einen Freiraum zu kreativer Auseinandersetzung im Malen und die Möglichkeit, inneren Bildern Raum zu geben. Er kann in der geschützten, wertfreien Atmosphäre des Ateliers ohne "Risiko" neue Sicht- und Verhaltensweisen entwickeln und erproben, die er später ins reale Leben transferieren kann.

Im Gespräch mit dem Maltherapeuten werden die Erfahrungen besprochen und nach Möglichkeit reflektiert. Die therapeutische Beziehung ist im Unterschied zu den Gesprächstherapien erweitert durch dasBild oder Werk und bewegt sich in diesem Dreieck. Beim Gestalten findet ein Zwiegespräch mit sich selbst statt, die Gestaltung erreicht auch den "schauenden" Betrachter. Diese Form der nonverbalen Kommunikation wirkt öffnend auf die Beziehung zu sich und seiner Umgebung. Der Prozess des Gestaltens steht im Vordergrund und bleibt in den Werken sichtbar.

Ein Weg also, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, ist die Kunst. Vor allem in der Malerei sind einige psychisch Kranke zu echten Künstlern geworden. Dies zeigen die bekannte Sammlung Prinzhorn und die Künstler in Gugging. Die Künstler in Gugging bei Wien wurden von dem Psychiater Leo Navratil gefördert. Diese Kunstrichtung wird auch "Art Brut" genannt. Navratil formulierte dramatisch: "Das künstlerische Werk rettet den Schöpfer vor der ichzerstörenden Gewalt der Emotionen und Triebe."

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