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Was heißt "krank"?

Auf den Seiten des Internetportals "Psychiatrie-aktuell" werden Sie Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern oder Störungen finden, die im landläufigen Sinne eher zu den schwereren psychischen Erkrankungen zählen. Wenn Sie sich also zum Beispiel die Kapitel über Depressionen oder Angst durchlesen, ist mit Depressionen nicht eine vorübergehende Verstimmung auf Grund einer vielleicht gerade unangenehmen Lebenssituation gemeint, oder ist mit Angst eher weniger eine vielleicht natürliche Angst gemeint, die man gerade erleben mag, wenn man sich an einem anderen Arbeitsplatz einarbeitet und dort mit neuen Aufgaben und Schwierigkeiten konfrontiert wird. Es geht vielmehr um Störungen oder Krankheiten, die längerwährend den normalen Ablauf des Lebens und das eigene Verhalten und Empfinden wesentlich und nachhaltig beeinträchtigen, so dass der gewohnte Lebensvollzug und Lebensalltag deutlich erschwert wird.

Insofern möchten wir Sie in Ihrem eigenen Interesse nochmals bitten, diese Inhalte nur zu Ihrer Information, nicht aber zu einer eigenen "Diagnose" heranzuziehen. Eine Diagnose kann immer nur ein behandelnder Arzt oder Psychologe im Rahmen einer intensiven Untersuchung und eines persönlichen Gespräches mit Ihnen stellen.

Sollten Sie in diesen Seiten Informationen finden, die ihrer Meinung nach auf momentane Problembereiche ihres Lebens zutreffen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an einen Arzt oder Psychologen. Bei vielen psychischen Störungen ist es wichtig, mit einer Behandlung rechtzeitig zu beginnen und sie konsequent durchzuführen. Nutzen Sie diese Chance.

In der Geschichte der Psychiatrie und der Medizin überhaupt gibt es viele Modelle, um das zu beschreiben, was wir gemeinhin als "psychisch krank" bezeichnen: Abweichungen vom normalen Erleben und Verhalten, die die persönliche Lebensqualität nachhaltig beeinflussen.

Die "ideale" Erkrankung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie bei einem Vergleich mehrerer davon betroffener Personen eine gleiche Ursache, eine gleiche Symptomatik, einen gleichen Verlauf und einen gleichen pathologisch-anatomischen oder biochemischen Befund ausweist. Leider ist dies nicht immer so klar und einfach. Insofern hat man über die Zeit begonnen, psychische Veränderungen, die durch Körperkrankheiten oder innerseelische Vorgänge entstehen und die man als krankhaft ansehen kann, besser mit dem Begriff "Störung" zu umschreiben. Dies ist eine etwas unscharfe Bezeichnung, die aber die Möglichkeit in sich birgt, einen klinisch erkennbaren Komplex von Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten zu gruppieren und unter einer Bezeichnung zusammenzufassen, die einen klaren Hinweis auf die Behandlungsrichtung geben kann.

Im Rahmen dieses Störungsbegriffes kann man eine medizinische Diagnose für jede Erkrankung stellen. Dabei kann die jeweilige Erkrankung aber in verschiedenen Schweregraden und / oder Ausprägungen auftreten. Aus Erfahrung weiß man, dass es für die entsprechenden Krankheiten einer Störungsgruppe oftmals verschiedene Verläufe gibt. So kann zum Beispiel eine Schizophrenie einerseits eine einmalig auftretende Episode darstellen, andererseits aber auch in ein langanhaltendes mehrjähriges sogenanntes chronisches Geschehen übergehen. Die jeweilige Entwicklung kann man in bestimmten Fällen und bei bestimmten Erkrankungen nicht immer vorhersagen.

Grundsätzlich ist es aber wichtig, unabhängig davon, von welcher Krankheit man betroffen ist, gemeinsam mit Ärzten, Psychologen, medizinischem Personal, Sozialarbeitern und Angehörigen in eine Behandlungspartnerschaft zu treten und gemeinsam an der Bewältigung der jeweiligen Erkrankung und ihrer Folgen für das persönliche Leben und Umfeld zu wirken. Die Erfahrungen und die Hilfe vieler anderer erleichtern es Betroffenen und ihren Angehörigen oftmals bedeutend, mit den Problemen einer psychischen Erkrankungen umzugehen und diese zu bewältigen.


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