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Wirkstoffe

Wirkstoff

Amisulprid

Anwendungsgebiete

Bei akuten und chronischen schizophrenen Störungen und produktiven Zuständen mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen, Feindseligkeit und Misstrauen. Weiterhin bei primär negativen Zuständen mit Verflachung von Empfindungen, emotionalem und sozialem Rückzug.

Wirkmechanismus

Amisulprid gehört zu der Substanzgruppe der atypischen Neuroleptika. Der Wirkstoff wirkt sowohl auf die Positiv- wie auf die Negativsymptomatik schizophrener Störungen und ist eine Weiterentwicklung von Sulpirid.

Dosierung

Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten und das zu behandelnde Krankheitsbild abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden.

Bei älteren Menschen und Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion muss die Dosierung reduziert bzw. angepasst werden.

Änderungen der Dosis oder ein Beenden der Therapie sollten auf keinen Fall eigenmächtig vorgenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Gebrauchsinformation.

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten GebrauchsFachinformation.

Anwendungshinweise

Amisulprid-Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.

Amisulprid beeinträchtigt das Reaktionsvermögen. Dadurch wird die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen vermindert.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Amisulprid darf nicht angewendet werden bei Geschwulsten, deren Wachstum von Prolaktin (ein Hormon) abhängig ist, bei Geschwulsten in der Brust und bei bestimmten Tumoren im Nebennierenmark sowie bei stark eingeschränkter Nierenfunktion, in Kombination mit einem Wirkstoff zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und mit Arzneimitteln, die schwere Herzrhythmusstörungen auslösen können und von Patienten über 65 Jahre.

Unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Amisulprid verordnet werden bei Patienten mit bestehender Funktionsstörung des Herzens, bei Vorliegen von Epilepsie sowie bei Parkinson-Krankheit.

Nebenwirkungen

Während der Anwendung von Amisulprid kann es häufig zu Schlaflosigkeit, Angst oder Aufgeregtsein kommen.

Bei nicht optimaler Dosiseinstellung kann es zu Bewegungsstörungen (z.B. schraubenartige unwillkürliche Bewegungen von Armen und Beinen, Schmatz- und Schluckbewegungen, Zittern) kommen.

Gelegentlich treten Schläfrigkeit, Schwindel, Magen-Darm-Störungen, Mundtrockenheit, Störungen, die mit einer erhöhten Prolaktinkonzentration zusammenhängen (wie u. a. Zyklusstörungen, Impotenz, Brustvergrößerung), sowie eine Gewichtszunahme auf.

Selten können Krämpfe, erniedrigter Blutdruck, Störungen der Herzschlagfolge, allergische Reaktionen und erhöhte Leberenzyme auftreten.

Sehr selten kann es nach länger dauernder Behandlung mit Amisulprid zu Spätdyskinesien mit Gesichts- und Zungenkrämpfen kommen. (Dyskinesien sind spontan auftretende unwillkürliche Bewegungen.)

In sehr seltenen Fällen kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auftreten. Bei Auftreten von hohem Fieber, Muskelschwäche und Bewusstseinstrübung sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Aufgeführt werden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und höchst individuell auf Medikamente. Es ist daher nicht vorherzusagen, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.

Wechselwirkungen

In Kombination mit Alkohol und anderen, zentral dämpfenden Wirkstoffen bewirkt Amisulprid eine zusätzliche Dämpfung des Bewusstseins. Außerdem kann Amisulprid, abhängig von der eingenommenen Dosis, zu Unregelmäßigkeiten des Herzschlags führen. Deshalb sollen nicht gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden, die Herzrhythmusstörungen auslösen können. Amisulprid ist ein Wirkstoff, der zusammen mit vielen anderen Wirkstoffen Wechselwirkungen hervorruft.

Aufgeführt sind daher lediglich ausgewählte Beispiele. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten, und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, um solche Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Amisulprid sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht verordnet werden.

Kinder

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Amisulprid nicht einnehmen.

Diese auf den aktuellen Gebrauchsinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.

© Elsevier GmbH 2007


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