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Wirkstoff
Bromperidol
Anwendungsgebiete
Bei akuter und chronischer Schizophrenie.
Wirkmechanismus
Bromperidol gehört zur Gruppe der hochpotenten, typischen Neuroleptika. Durch Hemmung der Wirkung eines bestimmten Botenstoffes (Dopamin) im Gehirn werden die Symptome einer Schizophrenie gedämpft.
Dosierung
Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden.
Änderungen der Dosis oder ein Beenden der Therapie sollten auf keinen Fall eigenmächtig vorgenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Gebrauchsinformation.
Anwendungshinweise
Bromperidol gibt es in Tropfenform.
Das Medikament wird in einer einzigen Tagesdosis im Allgemeinen nach dem Abendessen mit etwas Flüssigkeit (jedoch kein Kaffee, Tee oder Alkohol) eingenommen.
Bromperidol beeinträchtigt das Reaktionsvermögen. Dadurch wird die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen vermindert.
Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen
Bromperidol darf nicht verabreicht werden bei Allergien gegen den Wirkstoff, Koma (schwerer Bewusstseinsstörung), und nur unter besonderer Vorsicht bei Vergiftungen mit Schlafmitteln sowie einer Parkinsonkrankheit.
Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren kann Bromperidol starke Bewegungsstörungen verursachen und sollte daher nach Möglichkeit nicht verordnet werden.
Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung darf Bromperidol verabreicht werden bei Vorerkrankungen des Herzens, der Nieren oder der Leber. Bei bereits vorbekanntem Krampfleiden erhöht die Einnahme von Bromperidol die Krampfbereitschaft. In diesem Fall darf die Einstellung auf Bromperidol nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Ebenfalls mit Vorsicht eingesetzt werden sollte der Wirkstoff bei einer unbehandelten Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose).
Nebenwirkungen
Stunden bis Tage nach der Ersteinnahme von Bromperidol kann es zu Frühdyskinesien (Dyskinesien sind spontan auftretende, unwillkürliche Bewegungen) mit Gesichts-, Zungen- und Schlundkrämpfe mit Erstickungsgefühl kommen. Diese Beschwerden lassen sich gut mit Biperiden behandeln.
Weniger früh kann bei einer Therapie mit Bromperidol ein Parkinsonoid auftreten. Es ähnelt im Erscheinungsbild der Parkinson-Krankheit, ist gekennzeichnet durch Zittern, Muskel- und Bewegungsstarre. Diese Nebenwirkung lässt sich ebenfalls gut mit Biperiden behandeln.

Weiterhin kann eine Akathisie auftreten, darunter versteht man einen zwanghaften Bewegungsdrang und die Unfähigkeit still zu sitzen.
Nach zumeist längerer und hochdosierter Therapie mit Bromperidol kann es zu Spätdyskinesien mit Schmatz- und Schluckbewegungen oder schraubenartigen, langsamen Bewegungen von Armen und Beinen kommen.
Die Akathisie sowie die Spätdyskinesie sind nur sehr schwierig zu behandeln.
Weitere Nebenwirkungen sind eine übermäßige Senkung des Blutdrucks (vor allem zu Beginn der Behandlung), erhöhte Pulsfrequenz, Müdigkeit, Unruhe, Benommenheit, Gewichtszunahme, Schwindel, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Sprach-, Gedächtnis- und Schlafstörungen, depressive Verstimmung, Herzrhythmusstörungen, Sekretion aus der Brustdrüse, Wachstum der Brüste auch bei Männern, allergische Reaktionen der Haut.
Selten kommt es zum Auftreten von Mundtrockenheit, Störungen des Scharfsehens, einem Anstieg des Augeninnendrucks, Blutbildungsstörungen oder Haarausfall.
Sehr selten kann unter einer Therapie mit Bromperidol das sogenannte maligne neuroleptische Syndrom auftreten. Erstes Anzeichen dafür kann ein Anstieg der Körpertemperatur sein, weitere Symptome sind Zittern und Muskelstarre. Die Behandlung mit Bromperidol muss beim ersten Anzeichen dieses Syndroms sofort abgebrochen werden, informieren Sie daher Ihren Arzt unverzüglich über ungewöhnliche Nebenwirkungen.
Aufgeführt wurden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und sehr individuell auf die Wirkstoffe in Medikamenten. Es ist daher nicht vorhersehbar, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.
Wechselwirkungen
Die Wirkung von Schlafmitteln (z.B. Diazepam), anderen beruhigenden oder blutdrucksenkenden Medikamenten sowie von Alkohol kann verstärkt werden. Medikamente gegen Parkinson (z.B. Levodopa) sind durch die gleichzeitige Einnahme von Bromperidol teilweise weniger wirksam. Aufgrund von Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln, sind bei gleichzeitiger Gabe regelmäßige Kontrollen des Gerinnungsstatus in kürzeren Abständen erforderlich.
Aufgeführt sind hier lediglich ausgewählte Beispiele für Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, um Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.
Schwangerschaft und Stillzeit
Aufgrund mangelnder Erfahrungen mit dem Wirkstoff sollte Bromperidol nach Möglichkeit während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt frühzeitig, damit gegebenenfalls auf ein anderes Neuroleptikum umgestellt werden kann.
Kinder
Kinder unter 12 Jahren sollten Bromperidol nicht einnehmen. Kinder entwickeln bereits bei niedrigen Dosen Bewegungsstörungen.
Diese auf den aktuellen Gebrauchsinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.
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