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Wirkstoffe

Wirkstoff

Clozapin

Anwendungsgebiete

Bei akuten und chronischen Formen schizophrener Psychosen.

Wirkmechanismus

Clozapin gehört zu der Substanzgruppe der atypischen Neuroleptika. Es war die erste antipsychotisch wirkende Substanz, die nicht die klassischen extrapyramidalen Symptome verursachte. Über eine Verminderung der Aktivität des Botenstoffes Dopamin in bestimmten Regionen des Gehirns wirkt Clozapin beruhigend bis dämpfend auf das Bewusstsein.

Dosierung

Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten und das zu behandelnde Krankheitsbild abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden.

Im Allgemeinen wird die Tagesdosis auf zwei Gaben verteilt. Die größere Dosis sollte am Abend gegeben werden, um schwere Müdigkeit tagsüber zu vermeiden.

Besonders vorsichtig sollte dosiert werden bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, bekannten Krampfanfällen, Durchblutungsstörungen des Gehirns und Patienten mit Untergewicht.

Eine einmal begonnene und wirksame Behandlung mit Clozapin sollte mindestens sechs Monate fortgesetzt und keinesfalls abrupt beendet werden.

Änderungen der Dosis oder ein Beenden der Therapie sollten auf keinen Fall eigenmächtig vorgenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Gebrauchsinformation.

Anwendungshinweise

Clozapin wird wegen der Gefahr schwerwiegender Blutbildschäden nur unter strengen Auflagen und mit besonderen Formalitäten verordnet. Vor Behandlungsbeginn muss ein normaler Untersuchungsbefund der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) vorliegen. Während der ersten 18 Wochen der Behandlung muss dieser Befund wöchentlich kontrolliert werden, danach und bis zu vier Wochen nach Absetzen des Medikaments mindestens einmal monatlich.

Clozapin sollte nur angewendet werden, wenn andere vergleichbare Wirkstoffe nicht ausreichend wirksam sind. Eine Behandlung mit Clozapin darf nur dann erfolgen, wenn der behandelnde Arzt die Richtlinien der kontrollierten Anwendung des Wirkstoffs kennt. Erst wenn er dies dem herstellenden Pharmaunternehmen schriftlich bestätigt hat, erfolgt die Auslieferung an die Apotheke.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Clozapin darf nicht angewendet werden bei akuter Vergiftung mit Wirkstoffen, die das Bewusstsein dämpfen, schweren Leber- oder Nierenschäden, Engwinkelglaukom (grüner Star), Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) und Störungen der Blutbildung in der Vorgeschichte (vor allem solche, die durch Arzneimittel hervorgerufen wurden).

Unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Clozapin verordnet werden bei schlecht eingestellter Epilepsie, schweren Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen und bei Erschlaffung der Darmmuskulatur (Darmatonie).

Nebenwirkungen

Die Schädigung des Blutbildes durch Clozapin ist die schwerwiegendste Nebenwirkung. Ein erster Hinweis darauf kann das Auftreten von Fieber in den ersten drei Behandlungswochen sein. Außerdem treten unter Behandlung mit Clozapin vermehrt Krampfanfälle auf. Besonders zu Beginn der Therapie kann es zu vermehrter Müdigkeit, Schwindelattacken, Kopfschmerzen, Muskelschwäche und Kreislaufproblemen kommen.

Beschwerden wie Mundtrockenheit, übermäßige Speichelbildung, Sehstörungen und vermehrtes Schwitzen nehmen im Lauf der Therapie wieder ab.

Aufgeführt wurden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und sehr individuell auf die Wirkstoffe in Medikamenten. Es ist daher nicht vorhersehbar, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.

Wechselwirkungen

In Kombination mit Alkohol und anderen zentral dämpfenden Wirkstoffen bewirkt Clozapin eine zusätzliche Dämpfung des Bewusstseins. Außerdem verändert Clozapin die Wirkung von Arzneimitteln, die den Blutdruck senken.

Clozapin ist ein Wirkstoff, der zusammen mit vielen anderen Wirkstoffen Wechselwirkungen hervorruft.

Aufgeführt sind daher lediglich ausgewählte Beispiele. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, um solche Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Clozapin sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht verordnet werden. Ist eine Therapie während der Schwangerschaft unumgänglich, so sollte es zumindest während der ersten drei Monate nicht eingesetzt werden. Zusätzlich ist eine Ultraschallfeindiagnostik zu empfehlen. Um das Neugeborene nicht zu schädigen, sollte nach Möglichkeit die Dosis in den Wochen vor der Geburt langsam reduziert werden.

Kinder

Bei Kindern unter 16 Jahren sollte Clozapin nicht verordnet werden.

Diese auf den aktuellen Gebrauchsinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.

© Elsevier GmbH 2007


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