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Wirkstoffe

Wirkstoff

Pipamperon

Anwendungsgebiete

Bei Schlafstörungen, besonders bei geriatrischen Patienten und zur Behandlung von psychomotorischen Erregungszuständen.

Wirkmechanismus

Pipamperon gehört zu den so genannten niedrig potenten, typischen Neuroleptika. Es wirkt direkt im Gehirn über eine Hemmung bestimmter Nervenbahnen. Dabei steht die beruhigende, stimmungsausgleichende und schlafregulierende Wirkung im Vordergrund. Weniger stark wirksam ist Pipamperon gegen Psychosen (Erkrankungen, bei denen ein ausgeprägter Realitätsverlust mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen typisch ist, z.B. Schizophrenie).

Dosierung

Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten und das zu behandelnde Krankheitsbild abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden.

Insbesondere bei älteren Menschen wird empfohlen, mit niedrigen Dosierungen einschleichend zu beginnen und diese langsam bei regelmäßiger Blutdruckkontrolle zu steigern.

Änderungen der Dosis oder ein Beenden der Therapie sollten auf keinen Fall eigenmächtig vorgenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Gebrauchsinformation.

Anwendungshinweise

Die Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen.

Die Einnahme von Pipamperon kann bei Personen, die an einer Epilepsie leiden, die Krampfbereitschaft erhöhen. Daher ist unter Umständen eine Dosisanpassung des entsprechenden Antiepileptikums erforderlich.

Pipamperon beeinträchtigt das Reaktionsvermögen. Dadurch wird die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen vermindert.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Pipamperon darf nicht angewendet werden bei allen Erkrankungen, die mit einer schweren Dämpfung des Bewusstseins einhergehen. Dazu gehören akute Vergiftungen mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln und komatöse Zustände aus anderen Gründen. Auch bei vorbestehenden Erkrankungen des Hirnstammes (z.B. Parkinson-Krankheit) darf Pipamperon nicht eingenommen werden.

Pipamperon senkt möglicherweise den Blutdruck und sollte daher mit besonderer Vorsicht bei bereits vorbestehenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems angewendet werden. Auch bei Depressionen sollte Pipamperon nur unter engmaschiger medizinischer Betreuung eingesetzt werden.

Nebenwirkungen

Wirkungen auf das Nervensystem sind Schlaflosigkeit, Depressionen, Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Gang- und Bewegungsstörungen, unkontrollierbares Grimmassieren.

In seltenen Fällen kann es zu einem sogenannten malignen neuroleptischen Syndrom kommen. Erstes Warnzeichen dieser Komplikation kann eine Temperaturerhöhung ohne erkennbare Ursache sein. Bitte informieren Sie bei unklarem Fieber daher sofort Ihren Arzt, da diese Komplikation umgehend behandelt werden muss.

Sonstige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, niedriger Blutdruck, Herzrasen, Vergrößerung der Brüste (auch bei Männern), Absonderung von Sekret aus den Brustdrüsen, Zyklusstörungen.

In Einzelfällen können Störungen der Leberfunktion, Hautausschlag, Sehstörungen oder vermehrte Wassereinlagerung auftreten.

Aufgeführt wurden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und sehr individuell auf die Wirkstoffe in Medikamenten. Es ist daher nicht vorhersehbar, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.

Wechselwirkungen

Die Wirkung von Schlafmitteln (z.B. Diazepam) und anderen beruhigenden Medikamenten sowie von Alkohol und blutdrucksenkenden Medikamenten wird kann verstärkt werden.

Aufgeführt sind hier lediglich ausgewählte Beispiele für Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, um solche Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Pipamperon ist während der Schwangerschaft kontraindiziert, da nur unzureichende Erfahrungen vorliegen.

Es ist nicht bekannt, ob Pipamperon in die Muttermilch übergeht. Es sollte daher während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Kinder

Da nur begrenzte Studien zur Behandlung von Kindern vorliegen, sollte Pipamperon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nur unter besonderer Berücksichtigung des Nutzen- Risikoverhältnisses angewandt werden.

Diese auf den aktuellen Gebrauchsinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.

© Elsevier GmbH 2007


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