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Wirkstoffe

Wirkstoff

Promethazin

Anwendungsgebiete

Bei Allergien (Heuschnupfen, Hautausschläge), Asthma bronchiale, Juckreiz, Schlafstörungen, Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen, Reisekrankheit, Schwindel und Erbrechen.

Wirkmechanismus

Promethazin gehört zur Gruppe der niedrig potenten, typischen Neuroleptika. Es wirkt kaum gegen Psychosen und wird vor allem zur Beruhigung und zur Behandlung von Schwindel eingesetzt. Außerdem kommt es als Zusatztherapie bei der Behandlung mit hochpotenten Neuroleptika wegen seiner sedierenden, schlafanstoßenden Wirkung zum Einsatz. Zusätzlich wirkt Promethazin als Hemmstoff gegen Histamin, einen Botenstoff, der unter anderem allergische Reaktionen vermittelt.

Dosierung

Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten und das zu behandelnde Krankheitsbild abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden.

Änderungen der Dosis oder ein Beenden der Therapie sollten auf keinen Fall eigenmächtig vorgenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Gebrauchsinformation.

Anwendungshinweise

Der Wirkstoff Promethazin ist in Tabletten oder Saftform erhältlich. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.

Alkohol ist während der gesamten Behandlungsdauer zu meiden, da er die Wirkung von Promethazin auf das Bewusstsein verstärken kann.

Bei Langzeitbehandlung ist eine sorgfältige Überwachung von Herzleistung und Blutbild unbedingt erforderlich.

Promethazin beeinträchtigt das Reaktionsvermögen. Dadurch wird die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen vermindert.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, grünem Star, Zuständen mit einer starken Einschränkung des Bewusstseins (Koma), im Kreislaufschock und bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen darf Promethazin nicht angewendet werden. Eine Einnahme verbietet sich auch bei schwerer Blutzell- oder Knochenmarkschädigung, hirnorganischen Erkrankungen und epileptischen Anfällen sowie bei der Parkinson-Krankheit.

Kinder unter zwei Jahren dürfen nicht mit Promethazin behandelt werden, da die Gefahr eines plötzlichen Kindstodes erhöht ist.

Nebenwirkungen

Es kann kommen zu ausgeprägter Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Herzklopfen, Sehstörungen, Blutdruckabfall beim Aufstehen und insbesondere bei älteren Menschen zu Erregung und Verwirrtheit.

In Ausnahmefällen wurde ein Absinken der weißen Blutzellen beobachtet. Bei höherer Dosierung und Vorschädigung des Gehirns ist häufiger mit Verwirrtheitszuständen zu rechnen. Bei der Behandlung von Personen, die an Epilepsie erkrankt sind, sowie bei vorbestehenden Hirnschäden kann es zur Auslösung von Krampfanfällen kommen.

Aufgeführt wurden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und sehr individuell auf die Wirkstoffe in Medikamenten. Es ist daher nicht vorhersehbar, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.

Wechselwirkungen

Die dämpfende Wirkung von Alkohol, Barbituraten (bestimmte Gehirnfunktionen dämpfende Medikamente), Schlaf- und Beruhigungsmitteln (z.B. Diazepam) und Antihistaminika (entzündungshemmende Mittel) kann durch Promethazin verstärkt werden.

Aufgeführt sind hier lediglich ausgewählte Beispiele für Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, um solche Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Promethazin darf während der ersten drei Monate der Schwangerschaft nicht angewendet werden. In den letzten zwei Dritteln der Schwangerschaft können nach längerer Einnahme durch die Mutter Schläfrigkeit oder Übererregbarkeit beim Säugling auftreten. Zur Anwendung in der Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor. Promethazin soll daher nicht verwendet werden.

Kinder

Promethazin soll bei Kindern unter zwei Jahren nicht angewendet werden, da die Gefahr eines plötzlichen Kindstodes erhöht ist. Bei Kindern über 2 Jahren kann es als Antiallergikum eingesetzt werden, dabei sollte jedoch eine geringe Dosierung angewendet werden.

Diese auf den aktuellen Gebrauchsinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.

Elsevier GmbH 2007


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