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Wirkstoff
Sulpirid
Anwendungsgebiete
Bei akuten und chronischen Schizophrenien, Schwindel und bei Depressionen, wenn die Behandlung mit einem anderen Wirkstoff erfolglos war.
Wirkmechanismus
Sulpirid gehört zu der Substanzgruppe der Neuroleptika. Im Vergleich zu anderen Wirkstoffen aus dieser Gruppe ist die beruhigende, das Bewusstsein dämpfende Wirkung, weniger ausgeprägt.
Dosierung
Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten und das zu behandelnde Krankheitsbild abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden.
Bei älteren Menschen und Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion muss die Dosierung meist reduziert werden.
Änderungen der Dosis oder ein Beenden der Therapie sollten auf keinen Fall eigenmächtig vorgenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Gebrauchsinformation.
Anwendungshinweise
Sulpirid-Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Um Schlafstörungen zu vermeiden, sollten Sie Sulpirid nicht nach 16 Uhr zu sich nehmen.
Sulpirid beeinträchtigt das Reaktionsvermögen. Dadurch wird die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen vermindert.
Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen
Sulpirid darf nicht angewendet werden bei akuter Vergiftung mit Wirkstoffen, die das Bewusstsein dämpfen (z.B. Alkohol), bei Epilepsie, bei Geschwulsten, deren Wachstum von Prolaktin (ein Hormon) abhängig ist, bei Geschwulsten in der Brust und bei allen maniformen Psychosen, die mit erhöhter Stimmung und Selbstüberschätzung einhergehen.
Während Schwangerschaft und Stillzeit und von Kindern unter sechs Jahren darf Sulpirid nicht eingenommen werden.
Unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Sulpirid verordnet werden bei jüngeren Frauen mit Störungen des Monatszyklus, bei zu hohem oder sehr niedrigen Blutdruck, bei Schizophrenien, die gleichzeitig mit erhöhter Erregung oder aggressivem Verhalten einhergehen, bei schwerer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), schwerem Leber- oder Nierenschaden und bei Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata).
Nebenwirkungen
Während der Anwendung von Sulpirid kann es zu allergischen Reaktionen der Haut (Jucken, Hautausschläge), Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, vermehrtem Schwitzen, vermehrter Speichelbildung, Verstopfung, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Herzrasen, Nervosität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen oder Erhöhung des Hormons Prolactin kommen.
Seltener treten Stunden bis Tage nach der Ersteinnahme von Sulpirid sogenannte Frühdyskinesien (Dyskinesien sind spontan auftretende unwillkürliche Bewegungen) mit Gesichts-, Zungen- und Schlundkrämpfen auf. Sehstörungen, Probleme beim Wasserlassen, Blutdruckschwankungen und eine Steigerung des Appetits mit Gewichtszunahme gehören ebenfalls zu den selteneren Nebenwirkungen.
Nach länger dauernder Behandlung mit Sulpirid in höheren Dosierungen kann es in Einzelfällen zu bleibenden Bewegungsstörungen (z.B. schraubenartige unwillkürliche Bewegungen von Armen und Beinen, Schmatz- und Schluckbewegungen) kommen. Ebenfalls sehr selten sind eine Vergrößerung der Brustdrüse (auch bei Männern), Störungen des Monatszyklus und eine Abnahme von Libido und Potenz.
Aufgeführt werden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und höchst individuell auf Medikamente. Es ist daher nicht vorherzusagen, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.
Wechselwirkungen
In Kombination mit Alkohol und anderen zentral dämpfenden Wirkstoffen bewirkt Sulpirid eine zusätzliche Dämpfung des Bewusstseins. Außerdem verändert Sulpirid die Wirkung von Arzneimitteln, die den Blutdruck senken.
Sulpirid ist ein Wirkstoff, der zusammen mit vielen anderen Wirkstoffen Wechselwirkungen hervorruft. Aufgeführt sind daher lediglich ausgewählte Beispiele. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, um solche Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.
Schwangerschaft und Stillzeit
Sulpirid sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht verordnet werden.
Kinder
Kinder unter sechs Jahren dürfen Sulpirid nicht einnehmen. Kinder und Jugendliche über 6 Jahren dürfen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch erfahrene Ärzte mit dem Wirkstoff behandelt werden.
Diese auf den aktuellen Gebrauchsinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.
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