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Schwerpunktthema

Schwerpunktthema Kindliche Psychosen

Kindliche Psychosen

Psychotisch zu sein bedeutet, vorübergehend aus der Realität auszusteigen, sie verändert wahrzunehmen und zu verarbeiten. Wie sich diese Probleme zeigen, ist bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich. Stimmen hören oder Halluzinationen sind für die kindliche Psychose untypisch, die betroffenen Kinder verlieren eher den Antrieb und verändern sich in ihrer Persönlichkeit.

Bei erwachsenen Patienten sind die sogenannten endogenen Psychosen am häufigsten, ihnen liegt keine auslösende Erkrankung oder Schädigung zugrunde, sie kommen von "innen"(= endogen). Kinder leiden nur äußerst selten an einer Psychose, wenn sie psychotische Symptome aufweisen, liegt meist eine organische Störung vor, die auch behandelt werden kann. Ab dem 14. Lebensjahr können Jugendliche an der "normalen" erwachsenen Psychose erkranken.

Psychosen bei Kindern

Symptome einer Psychose können bei Kindern auf der Grundlage einer Infektionserkrankung auftreten. Zeigen sich entsprechende Auffälligkeiten (siehe Kasten rechts), sollte deshalb immer nachgeforscht werden, ob das Kind zum Beispiel vor kurzem von einer Zecke gebissen wurde. Die kleinen Spinnentiere können Bakterien und Viren übertragen, die das Nervensyst em befallen. Zu den wichtigsten Erkrankungen gehören die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis

(FSME, Hirnhautentzündung). Während die Borreliose als bakterielle Infektion mit Antibiotika behandelt werden kann, wird FSME von Viren übertragen. Ein wirks ames Antivirusmittel existiert nicht, die FSME kann jedoch durch die "Zecken-Schutzimpfung" verhindert werden. Kommt es doch zur Infektion, heilt die Erkrankung bei Kindern zumeist folgenlos aus.

Neben Infektionen können auch Stoffwechselerkrankungen eine Ursache kindlicher Psychosen sein. So kann etwa eine Unter- oder Überfunktionen der Schilddrüse psychoseähnliche Zustände hervorrufen. Auch ein Mangel an den Vitaminen B12, B6 und B1 kann eine Erklärung für derartige Symptome liefern. Manchmal gehört auch der Blick ins Gehirn zur Ursachenforschung bei kindlichen Psychosen, um Gehirnblutungen oder -tumore auszuschließen. Schließlich sollten auch Medikamente, die der junge Patient einnimmt, unter die Lupe genommen werden, denn Psychosen können auch als Nebenwirkung von Arzneimitteln auftreten. Meist geschieht dies jedoch, wenn bestimmte Mittel, etwa gegen Epilepsie, zu Therapiebeginn oder beim Wechsel des Präparats zu schnell zu hoch dosiert werden.

Psychosen bei Jugendlichen

Treten Psychosen nach dem 14. Lebensjahr auf, entsprechen sie eher den Psychosen bei Erwachsenen. Die Jugendlichen können wie erwachsene Patienten unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen leiden, typisch ist das Hören von Stimmen, die Befehle erteilen oder Handlungen kommentieren. In der Anfangsphase der Erkrankung (Prodromalphase, siehe Seite 12) zeichnen sich die Patienten vor allem durch starke Verletzlichkeit aus, sind extrem schnell gekränkt und reagieren aufbrausend. Eine spezielle Form der Psychose bei Jugendlichen ist die hebephrene Schizophrenie, die sich durch übermäßig lockeres und übersteigertes Verhalten auszeichnet. Die Betroffenen sind oft distanzgestört und eher läppisch im Verhalten. Psychosen bei Jugendlichen sollten so früh wie möglich behandelt werden; optimalerweise ab dem ersten psychotischen Schub. So können Rückfälle vermieden werden und Jugendliche sind in einer Phase, in der mit Schul- und Berufsausbildung die Weichen fürs Leben gestellt werden, voll leistungsfähig.

(c) MedCon Health Content AG


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